Wenn alles zusammenpasst – eine Erfolgsgeschichte, die Mut macht

Seit „Jause-Pause“ im Sommer 2023 gegründet wurde, verfolgen Julia Zambonin und Donnie Kienitz eine klare Mission: Kindern – und später auch Erwachsenen – einen einfachen Zugang zu gesunder, regionaler und pestizidfreier Ernährung zu ermöglichen.
„Rund ein Drittel der Kinder in Vorarlberg bekommt keine gesunde Jause“, sagt Julia. „Viele haben nur Süßes dabei – und das wollten wir ändern.“ Mit regionalen Produkten, teils vom eigenen Acker, aus und viel Drive entstand ein junges Unternehmen, das nicht nur gesunde Jausenboxen liefert, sondern gleichzeitig lokale Produzent:innen stärkt. 2025 wurde das Angebot erweitert: Büro-Mittagessen und ein kleiner Cateringzweig ergänzen seitdem das wachsende Sortiment.

Mit dem Wachstum stieg auch der Bedarf an verlässlicher Unterstützung. Bei der WKV-Veranstaltung „Topf sucht Deckel“ lernte das Startup das Betriebsservice Vorarlberg kennen. Dort schilderte Julia ihren Bedarf an einer flexiblen, zuverlässigen Person, die frühmorgens Jausenboxen zustellt, in der Küche mitarbeitet und bei Catering-Aufträgen unterstützt. Gemeinsam wurden Fördermöglichkeiten besprochen und die Stelle anschließend in der NEBA-Datenbank veröffentlicht. Als Helen Kofler von der dafür-Arbeitsassistenz die Ausschreibung sah, wusste sie sofort: „Ich kenne jemanden, der so früh aufsteht – das ist Daniel.“

 

Daniel lebt mit einer Beeinträchtigung, die seine körperliche Belastbarkeit und Bewegungsabläufe beeinflusst, und wird daher von der Arbeitsassistenz begleitet. Sie unterstützt ihn dabei, passende Arbeitsbedingungen zu finden und mit Betrieben abzuklären, welche Rahmenfaktoren seine Teilhabe erleichtern. Das Betriebsservice ergänzt dies, indem es Unternehmen zu Förderungen und inklusiver Beschäftigung berät und so den Weg für eine geeignete Stelle öffnet. 

Regelmäßige Bewegung stärkt Daniels Mobilität, weshalb er im Sommer oft schon früh wandern, radeln oder schwimmen geht. Sein natürlicher früher Rhythmus sowie seine freundliche und zuverlässige Art machten ihn zum idealen Kandidaten. Bereits im ersten Telefonat spürten beide Seiten, dass es passen könnte. Eine kurze Arbeitserprobung bestätigte diesen Eindruck. „Daniel ist offen, herzlich und unglaublich hilfsbereit“, erzählt Julia. „Unsere Kundschaft liebt ihn als Zusteller.“ Daniel selbst genießt die Freiheit im Arbeitsalltag: „Es gibt grobe Leitplanken – aber ich darf mitgestalten. Das macht Spaß.“

 

Sein Arbeitstag beginnt um 04:30 Uhr, der Wecker klingelt um 03:15 Uhr. Für ihn ideal: „Ich bewege mich viel, bin früh fertig und habe danach Zeit. Das tut mir gut.“ Dank der guten Vorbereitung durch Betriebsservice und Arbeitsassistenz verlief die Einstellung reibungslos. Rechtliche Fragen wurden geklärt, Förderungen organisiert und ein langfristiges Arbeitsverhältnis geschaffen. Helen Kofler blieb als Arbeitsassistentin weiterhin unterstützend im Hintergrund – Rückhalt, der für beide Seiten Sicherheit schafft. 

Die Zusammenarbeit zeigt, wie erfolgreich Inklusion sein kann, wenn Offenheit auf professionelle Begleitung trifft. Ein junges Startup gewinnt eine engagierte Arbeitskraft; ein Mitarbeiter findet einen Arbeitsplatz, der zu seinem Leben passt; und die Region profitiert gleich doppelt: durch nachhaltige Lebensmittel und gelebte soziale Verantwortung. Für das Betriebsservice Vorarlberg und die dafür-Arbeitsassistenz ist dieses Beispiel ein starkes Zeichen dafür, was möglich wird, wenn Menschen, Unternehmen und Expertise zusammenwirken: echte Chancen für alle Beteiligten – und Erfolg, der weit über den Arbeitsplatz hinauswirkt.